Pressemeldung: „Kommt er oder kommt er nicht?“

„Kommt er oder kommt er nicht?“

HEYLSHOFPARK: Schauspieler erweisen Freundeskreis die Ehre

Vorstandsmitglieder des Freundeskreises mit Vorsitzenden Dr. Sabine v. Ehrlich-Treuenstätt (4. v. l.) und Schauspiel-Ensemble der Nibelungen-Festspiele 2019 mit Hündin „Lieselotte“.

Vorstandsmitglieder des Freundeskreises mit Vorsitzenden Dr. Sabine v. Ehrlich-Treuenstätt (4. v. l.) und Schauspiel-Ensemble der Nibelungen-Festspiele 2019 mit Hündin „Lieselotte“.

Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich in der ersten Festspielwoche der Freundeskreis der Nibelungen-Festspiele zum begehrten Schauerspieler-Treffen im Heylshofpark. Dank der Unterstützung durch das Künstlerische Büro der Festspielgesellschaft, Frau Petra Simon, konnten sich die Freundeskreismitglieder an einer ansehnlichen Schauspielerriege erfreuen. Schon Tage zuvor rankten sich Vermutungen um die spannende Frage: „Kommt er oder kommt er nicht?“ Und er kam. Gemeint war kein geringerer als Hollywoodstar Klaus Maria Brandauer und beeindruckte weit über 300 Nibelungenfreunde. In völlig entspannter Haltung stellte er sich geduldig den Fragen des Moderatorenteams, der Vorsitzenden Frau Dr. Sabine v. Ehrlich-Treuenstätt und Vorstandsmitglied Prof. Jens Hermsdorf und war auch im Anschluss für das ein oder andere Foto gerne bereit. Überhaupt war dieser Nachmittag geprägt von einer geselligen lockeren Atmosphäre. Besonders hob Brandauer die gemeinsame Arbeit mit den Schauspielerkollegen hervor ebenso Autor Thomas Melle für seinen herausragenden Bühnentext. Er begrüße es, den Hagen in der diesjährigen Inszenierung in einer anderen Art darzubieten.

Begeisterung für Worms

Ortlieb-Darstellerin Lisa Hrdina wollte nicht schon wieder Auskunft zu ihrem Bühnenkostüm, dem Fuchsschwanz, geben, dafür begeisterte sie sich umsomehr für ihre Unterkunft in Worms und für die „Waldgaststätte“ im Wäldchen. „Da müsst ihr mal hin!“, forderte Sie die „Freunde“ auf, dort einmal vorbeizuschauen. Auch der als „Spielmann“ im Stück zu erlebende Edgar Eckert, sei hier in der Stadt viel mit dem Rad unterwegs und meinte, mit der Zeit, die er hier in Worms verbringt, gehört er fast schon hierher. Inga Busch, die in diesem Jahr die Brünhild aus Island spielt, kam mit Hundedame „Lieselotte“. Beide fühlen sich pudelwohl und nächtigen dieses Mal in exponierter Lage direkt am Rhein. Dabei kommen alte Erinnerungen an ihre erste Festspielzeit 2009, als sie in der Rolle der Frigga zu sehen war und damals mit ihrem Hund „Freitag“ in Worms flanierte. „Brünhild“ lag ihr sehr am Herzen und erfülle Sie mit Stolz,  diese starke Frau vor dem Wormser Dom spielen zu dürfen.

„Was haben Sie gedacht, als man ihnen die Frauenrolle der Frigga anbot?“, fragte Frau Dr. v. Ehrlich-Treuenstätt Schauspieler Winfried Küppers. „Es sei eine Rolle wie jede andere, in die es gilt sich als Schauspieler hineinzufinden“, erwiderte Küppers und ergänzte schmunzelnd, da gehören dann auch mal ein Paar Nylonstrümpfe dazu, wenn es abends kälter wird. Boris Aljinovic, vielen bekannt aus dem TV (Ex-Tatort-Kommissar), wollte sich auf die Frage, in welchem Genre er sich am liebsten sähe, ob TV oder Theater, nicht eindeutig festlegen,  beides spräche für sich. Für ihn ist es das erste Open-Air Theater in der Rolle als Gernot, Bruder des Burgunderkönigs.

Beeindruckender Sprechchor

Sechs Wochen hartes Training und viel Probenarbeit liegen ebenfalls hinter dem Sprechchor, unter dem sich auch einige Freundeskreis-Mitglieder befinden. Mit ihrer beieindruckenden Darbietung im Stück, gewannen sie nicht nur die Anerkennung der anwesenden Schauspieler. Auch die Mitglieder des Freundeskreises stimmten mit anhaltendem Applaus ein und zollten Respekt gegenüber der erbrachten Leistung der Darsteller sowie auch dem Freundes- und Förderverein zu der Entscheidung der diesjährigen Spendensumme in Höhe von 25.000 Euro, womit die Ausstattung des Chores finanziert wurde.

„Was wir aus der Geschichte lernen ist, das wir nichts aus der Geschichte lernen!“ 

Auf die Frage wie er mit Kritik umgehe, hat  Moritz Grove, der die Rolle von „König Gunter“ einnimmt, eine einfache Lösung. Er selbst liest sie nicht und riet, sich nicht zu sehr mit den Kritiken zu beschäftigen, sondern sich selbst ein Bild zu machen und die Festspiele zu besuchen. Womit er in die Zustimmung der Anwesenden auf seiner Seite hatte und ergänzte: „Was wir aus der Geschichte lernen ist, das wir nichts aus der Geschichte lernen!“ Und noch während die Schauspieler sich auf den Weg in die Maske machten, weilten die Besucher noch in freudiger Stimmung unter alten Bäumen und gaben eine wunderschönes Motiv im schönsten Theaterfoyers Deutschlands.

 

[Quelle: NibelungenKurier]