Aus der Presse: Einblick in die Probenarbeit begeistert / Tombola mit Nibelungen-Schild als Hauptpreis

Von Johannes Götzen

FESTSPIEL-FREUNDE Einblick in die Probenarbeit begeistert / Tombola mit Nibelungen-Schild als Hauptpreis

WORMS – „Das macht auf jeden Fall Appetit auf mehr“, da waren sich die Freunde der Festspiele am Donnerstagabend einig. Gerade hatten sie die sehr exklusive Gelegenheit genossen, bei den Proben für „Gold. Der Film der Nibelungen“ zuzusehen. Eine Stunde lang erlebten sie, wie das Ensemble eine sehr eindringliche Szene einstudiert, konnten zuhören, wie Regisseur Nuran David Calis seine Anweisungen gab, hörten, was die Komponisten Vivan und Ketan Bhatti zu der Szene an Melodien ersonnen haben. Viele bewunderten dabei vor allem, wie Calis auf die vermeintlich kleinsten Details achtet, wie wichtig ihm der Rhythmus des Spiels ist.

Die Spannung soll aufrecht erhalten bleiben

Bedingung für diesen besonderen Einblick ist, dass keine Fotos und keine Filmaufnahmen gemacht werden dürfen, es sollen natürlich vor der Premiere noch keine Bilder der Inszenierung des von Albert Ostermaier geschriebenen Stückes kursieren. Auch inhaltlich ist zunächst noch Zurückhaltung erbeten. Die Spannung soll schließlich aufrecht erhalten bleiben. Die Festspiele wollen aber gleichwohl den Freunden, die die Aufführungen seit Jahren unterstützen und es auch für dieses Jahr wieder getan haben, sozusagen eine kleine Belohnung für ihr Engagement geben. Einen Appetithappen, gewissermaßen.

Das kommt bestens an. Sicherlich 300 Mitglieder waren am Donnerstagabend gekommen, um hineinzuschnuppern. Der Abend war gut gewählt, denn das Wetter zeigte sich von seiner angenehmsten Seite, sodass der Regisseur zwischendrin scherzhaft bei der Crew diese Order aufgab: „Wir brauchen hier bitte so 300 Sonnenbrillen.“ Immer mal wieder spendeten die Zuschauer den Probenden Szenenapplaus, wenn der Regisseur durch ein lautes „Cut“ einen Moment unterbrach. Die Festspiel-Freunde konnten nahezu alle Schauspieler „in Action“ erleben. Besonders beeindruckend fanden viele, wie das funktioniert mit der Kamera und der Leinwand, wenn das, was auf der Bühne passiert, live gefilmt und zeitgleich auf der Leinwand sozusagen noch einmal zu erleben ist. Die Mimik der Schauspieler spielt da eine herausragende Rolle, was in der Szene Katja Weitzenböck als Kriemhild sehr eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Nach einer Stunde kam vom Regietisch dann die Anweisung: „Jetzt geht’s zum Fußball“, schließlich stand der Anstoß im Portugal-Spiel kurz bevor. Dann allerdings präzisierte Nuran David Calis seine Anweisung: „Das Publikum muss jetzt bitte zum Fußball“, für die Schauspieler war da an Feierabend noch nicht zu denken. Von den Festspiel-Freunden hatten es allerdings viele gar nicht so eilig, an die Fernsehschirme zu kommen, sie diskutierten lieber noch munter das gerade Erlebte.

Begonnen hatte der Abend mit der schon traditionellen Tombola. Zum ersten Mal hatten sich die Festspiel-Freunde dazu im Kreuzgang des Andreasstiftes getroffen, den sie auch gut füllten. Vorsitzende Dr. Sabine von Ehrlich-Treuenstätt dankte den vielen Helfern im Hintergrund, die diesen Abend möglich machten und konnte eine Reihe neuer Mitglieder begrüßen, einige waren noch just am Donnerstag eingetreten. Dazu gab von Ehrlich-Treuenstätt den „Neuen“ gleich augenzwinkernd die wichtigste Aufgabe mit auf den Weg: „Willkommen im Kultur-Club. Jetzt müssen Sie immer eine gute Figur machen. Denn Sie sind ab heute Botschafter der Wormser Nibelungen-Festspiele.“ Der Hauptpreis der Tombola war in diesem Jahr ein Schild aus der Werkstatt der Nibelungen-Festspiele. Das goldene Kreuz darauf – natürlich eine Anspielung auf den diesjährigen Titel des Stückes – sei selbstverständlich aus echtem Blattgold, betonte die künstlerische Betriebsdirektorin, Petra Simon.