„Die Bühne hat eine Größe, die man bespielen muss“ – Nico Hofmann

„Die Bühne hat eine Größe, die man bespielen muss“ – Nico Hofmann

Nico_Hofmann_8966Er hole die Stars in die Provinz, wurde Dieter Wedel immer bescheinigt. Als sein Nachfolger als Festspiel-Intendant Nico Hofmann am Montagabend beiläufig vom „Abendessen beim Italiener“ mit Heino Ferch erzählte und von all seinen Filmen mit den Darstellern aus dem deutschen „Who is who“ der Schauspiel-Szene, wurde schnell klar: Dieser Mann ist sogar noch ein Stückchen näher am Glanz und Glamour dieser Republik.

Der Freundeskreis der Nibelungen-Festspiele hatte seine Mitglieder eingeladen zu dieser exklusiven Veranstaltung im Hagenbräu. Im Gespräch mit WZ-Redaktionsleiter Johannes Götzen machte der Filmproduzent aber auch klar, dass es ihm nicht darum geht, in der „Gala“ und der „Bunten“ zitiert zu werden.

Ein großes Publikum will Nico Hofmann erreichen.

„Ich bin nicht interessiert an einer ausschließlich hochfeuilletonistischen Betrachtung, die die Zuschauer fragend zurücklässt“

Nico_Hofmann_8968, machte der neue Intendant deutlich, dass er Theater für alle machen will. Seine Agenda sei simpel: „Ich will die besten Leute, die ich kriegen kann, nach Worms holen.“ So sei er beispielsweise stolz darauf, dass sich Aleksandar Denic um das Bühnenbild vor dem Nordportal kümmert. Der Serbe hat unter anderem Frank Castorfs Ring-Inszenierung in Bayreuth eine imposante Kulisse verpasst. „Wenn der Plan aufgeht und das Ganze eine Qualität bekommt, dann spricht sich das herum und kriegt auch einen Event-Charakter“, so Hofmann.

Es kommt auf die Qualität an

Ein Schauspieler-Name konnte Hofmann nicht entlockt werden. „Ich kann Ihnen aber verraten, was passieren wird“, entgegnete er auch hartnäckigen Fragen. „Es wird eine sehr gute Mischung werden aus Namen, die man wirklich kennt, auch von anderen Bühnen her, und neuen Entdeckungen.“ An dieser Stelle erzählte Hofmann als Musterbeispiel die Anekdote seines aktuellen Films „Bornholmer Straße“, der am letzten Mittwoch in der ARD ausgestrahlt wurde: „Die ARD wollte für die Hauptrolle unbedingt Jan Josef Liefers haben. Ich habe mich für den zu dem Zeitpunkt noch unbekannteren Charly Hübner eingesetzt. Der Quote hat das keinen Abbruch getan – daran sieht man, wie stark es auf die Qualität ankommt!“

Das Spektakel sei nicht seins, bekräftigte Nico Hofmann. Nicht zu leugnen sei aber: „Die Bühne hat eine Größe, die man bespielen muss. Es wird, glaube ich, eine ganz eigene Magie, eine eigene Poesie geben; aber wir werden ganz sicher nicht im Bereich des Actionfilms landen.“ Der Titel des Stücks „Gemetzel“ spiele eher auf eine „Gegenwelt“ an. „Es wird zum Schluss ein großes Familiendrama auf der Bühne stattfinden, aber nicht mit Motorrädern und Feuer.“ Im Freundeskreis der Festspiele sind einige derer vertreten, die in den letzten Jahren Dieter Wedels viel gelobtem Kleindarsteller-Team angehört haben. „Ähnlich wie bei Dieter Wedel ist es so, dass wir eine große Unterstützung aus der Bevölkerung brauchen“, sprach sich Hofmann für Kleindarsteller auch in der nächsten Inszenierung aus. Auch bei der Besetzung der Hauptrollen suche er nach jungen Talenten – „dafür werden wir auch in Worms suchen“, sagte Hofmann.

Zum Schluss bekannte er sich klar zu den Aktivitäten des Freundeskreises: „Mir ist wichtig, dass der Dialog funktioniert. Und dass wir auch nach den Aufführungen miteinander sprechen!“

[Quelle: WZ]

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